VORWORT

DR. MARIE-LUISE WOLFF

Verehrte Aktionäre,
sehr geehrte Geschäftspartner,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

01000101 01101110 01100101 01110010 01100111 01101001 01100101 00001101 00001010 – oder einfach „Energie“! Was Ihnen auf den ersten Blick vielleicht wie ein Druckfehler erscheinen mag, ist Binärcode, die Sprache der Computer. Wir können sie nicht untereinander sprechen – und doch bestimmt diese Sprache zunehmend unser Leben. Sie verändert es sogar fundamental: unseren Alltag ebenso wie unsere Arbeitsplätze, unsere Kommunikation und Mobilität ebenso wie die gesamte Welt der Energie.

Die Digitalisierung ist allumfassend und sie ist längst da: Alles wird mit allem vernetzt, neue Geschäftsmodelle und Wettbewerber stellen ganze Branchen auf den Kopf und immer neue Technologien schaffen neue Bedürfnisse, ersetzen aber auch Bewährtes. Das führt mitunter zu Ereignissen, die wir vor Kurzem noch für unmöglich gehalten hätten. Der bislang leistungsstärkste Schachcomputer der Welt zum Beispiel musste sich vor Kurzem einer Software geschlagen geben, die auf künstlicher Intelligenz beruht – und das Spiel in nur 24 Stunden gelernt hatte. In Dubai werden bereits fliegende und autonome Taxi-Drohnen erprobt. Und auch wir alle haben uns längst verändert: Wir buchen Reisen im Internet, sind ständig und überall erreichbar, sprechen schon mit Lautsprechern im eigenen Wohnzimmer und wenn wir am Abend einen Film sehen wollen, dann „streamen“ wir und laden ihn einfach aus dem Netz auf den Fernseher.

Diesem Trend zur Digitalisierung in allen Lebensbereichen kann sich auch ENTEGA nicht entziehen. Und das wollen wir auch gar nicht. Schon heute hilft uns die Digitalisierung dabei, effizienter und schneller zu sein: zum Beispiel in unseren Warenlagern, in denen Werkzeuge vor der Ausgabe gescannt werden, oder im Vertrieb, wo Verträge online geschlossen werden. Die e-netz Südhessen hat 2017 darüber hinaus begonnen, in ihrem Versorgungsgebiet flächendeckend analoge Zähler durch digitale Messgeräte zu ersetzen. Zukünftig wird die Ablesung der Zählerstände mit Smart Metern deutlich leichter. Außerdem ist künftig eine effizientere Steuerung des Verbrauchs möglich – unsere Kunden können den Strom dann nutzen, wenn er besonders günstig ist.

Allerdings stehen wir gerade erst am Anfang unserer Möglichkeiten. Nicht ganz genau sagen zu können, wohin die Reise geht, verunsichert dabei viele Menschen. Die Veränderungen machen mitunter Angst. Aber wir können den Wandel deshalb nicht ignorieren – wir müssen und wollen ihn nutzen. Und das wollen wir zusammen schaffen: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel bereiten wir durch gezielte Weiterbildungen auf den Wandel vor. Qualifizierung und lebenslanges Lernen sind die entscheidenden Stichworte.

Die Chancen jedenfalls sind enorm: Die Digitalisierung eröffnet uns, gerade auch in Verbindung mit der Energiewende, neue Arten der Wertschöpfung. Wir können noch kundenorientiertere Geschäftsmodelle entwickeln. Und die digitale Welt gibt uns auch neue Möglichkeiten, mit unseren Kunden zu kommunizieren. Hinzu kommt: Wer sich nicht verändert und die Chancen nutzt, der kann gegenüber neuen Wettbewerbern schnell in Rückstand geraten. Auch das haben wir im Blick.

Klar ist trotzdem: Wir vergessen nicht, wo wir herkommen. Wir liefern auch künftig sauberen Strom, Gas, Trinkwasser und Wärme. Und wir investieren weiterhin – 2017 waren es mehr als 130 Millionen Euro für erneuerbare Energien, Netze, Technologien und Infrastruktur. In der Nähe von Wald-Michelbach zum Beispiel wurden bis März 2018 fünf Windkraftanlagen mit jeweils 3,3 Megawatt Leistung errichtet. ENTEGA hat dafür rund 35 Millionen Euro investiert.

Wir sind einer der führenden Energie- und Infrastrukturdienstleister Deutschlands und einer der größten Anbieter von Ökostrom und klimaneutralem Erdgas – und das wollen wir bleiben. Aber neben unser traditionelles Geschäft treten jetzt noch zusätzliche, neue Angebote. Eine solche neue Idee ist zum Beispiel unsere „ENTEGA Zuhause Flat“, die wir seit Ende 2017 anbieten. Damit erhalten unsere Kunden Ökostrom, Internet und Telefonie zu einem fixen monatlichen Festpreis – ein Angebot, das in dieser Form in Deutschland bisher einmalig ist.

„Seit 2013 schon ist die Ertragskraft des Konzerns deutlich gestiegen. Das lag an unserem konsequenten Kostenmanagement und an unserem profitablen Wachstum.“

Dr. Marie-Luise Wolff
Vorsitzende des Vorstands

Die Basis für solche Angebote sind unter anderem die digitalen Netze, die wir mit unserer Tochter Medianet kontinuierlich und konsequent weiter ausbauen. In Darmstadt haben wir zudem damit begonnen, das sogenannte LoRaWAN-Netz auszubauen, eine ganz neue Funktechnologie vor allem für das „Internet der Dinge“. Unser langfristiges Ziel ist es, ENTEGA vom reinen Energiedienstleister zum modernen Lebensraummanager zu wandeln – mit intelligenten Dienstleistungen und smarten Produkten, die unseren Kunden das Leben erleichtern, es noch besser machen, sicherer und komfortabler.

Auch 2017 sind wir auf diesem Weg wieder ein gutes Stück vorangekommen. Seit 2013 schon ist die Ertragskraft des Konzerns deutlich gestiegen. Das lag an unserem konsequenten Kostenmanagement und an unserem profitablen Wachstum. Unsere Bilanz für 2017 schließt an die Erfolge der Vorjahre jetzt nahtlos an: Der Konzern erzielte im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 73 Millionen Euro und damit 6,4 Millionen mehr als geplant. Und auch der Jahresüberschuss fiel mit 26,5 Millionen Euro um 6,4 Millionen höher aus als in den ursprünglichen Planungen. Verbessert haben sich darüber hinaus im Vergleich zum Plan auch der dynamische Verschuldungsgrad und die wirtschaftliche Eigenkapitalquote – beides ebenfalls deutliche Zeichen für den erfolgreichen und soliden Kurs unseres Unternehmens.

Auf der Habenseite stehen aber nicht nur die Erfolge bei den Finanzkennzahlen. So haben wir auch 2017 wieder zahlreiche Projekte umgesetzt oder neue Vorhaben auf den Weg gebracht. Das gilt beispielswiese für den Windpark Stillfüssel bei Wald-Michelbach, wo wir – nach gründlicher, gewissenhafter Planung und Errichtung der Anlage – seit März klimaneutralen Ökostrom für rund 14.000 Haushalte erzeugen. Bei allen Arbeiten hatte der Schutz der Natur, des Bodens und des Grundwassers für uns stets höchste Priorität.

Ein voller Erfolg waren außerdem unsere Bemühungen, die Elektromobilität in der Region weiter voranzubringen. So haben wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Land und den Kommunen 109 neue Ladesäulen errichtet. Allein 20 davon wurden in Darmstadt installiert. Die Zahl der Ladesäulen in Hessen erhöhte sich damit innerhalb nur eines Jahres um 40 Prozent. Nicht zuletzt sind wir 2017 bei ENTEGA mit einer neuen Regionalstrategie gestartet, mit der wir unser Dienstleistungs- und Serviceangebot für die Kommunen nun weiter optimieren werden.

Eines kann ich Ihnen versprechen: Wir lassen nicht nach. Wir gehen unseren Weg entschlossen weiter. Gemeinsam mit unseren Anteilseignern, den Städten und Gemeinden unserer Regionen sowie mit Unterstützung des Landes Hessen wie den zuständigen Bundesbehörden, aber vor allem mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten wir weiter mit Hochdruck daran, den Erfolg von ENTEGA auch in Zukunft sicherzustellen. Dank unserer Vorwärtsstrategie haben wir es geschafft, ENTEGA wieder auf Kurs zu bringen. 2017 war ein weiterer, erfolgreicher Schritt auf unserem Weg. Jetzt gehen wir mit großer Zuversicht weiter nach vorne – mit ganzer Kraft und voller 01000101 01101110 01100101 01110010 01100111 01101001 01100101 00001101 00001010!

Dr. Marie-Luise Wolff

Dr. Marie-Luise Wolff

Vorsitzende des Vorstands