DAS
GESCHÄFTS­JAHR
Auszug aus dem Konzernlagebericht
und dem Konzernabschluss.
AUSZUG
KONZERNLAGE­BERICHT

Rahmenbedingungen

Mit dem Ausbruch der weltweiten Coronapandemie und den damit verbundenen Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens endete eine seit mehr als einem Jahrzehnt anhaltende Wachstumsphase. Damit Unternehmen, Kommunen und Familien die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie im Jahr 2020 besser bewältigen können, verabschiedete die Bundesregierung im Frühsommer 2020 ein umfassendes Konjunkturpaket. Kernpunkte sind die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer und die erstmalige Deckelung und Senkung der EEG-Umlage durch Bundeszuschüsse sowie weitere Entlastungen für Familien, Wirtschaft und Kommunen. Mit dem Konjunkturpaket sollen auch private und öffentliche Investitionen angeschoben und technologische Innovationen insbesondere vor dem Hintergrund der integrierten Energiewende gefördert werden.

Nachdem die Bundesregierung 2018 die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (KWSB) eingesetzt und diese am 31. Januar 2019 mit der Übergabe des Abschlussberichts an die Bundesregierung ihre Arbeit beendet hat, wurde am 3. Juli 2020 das sogenannte Kohleausstiegsgesetz von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Mit dem Gesetzespaket soll die Kohleverstromung in Deutschland rechtssicher, wirtschaftlich vernünftig und sozial ausgewogen beendet werden. Gleichzeitig schafft es Perspektiven für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung auf Basis von hocheffizienten Gaskraftwerken, die den Übergang in eine treibhausgasneutrale Energieversorgung ermöglichen.

Kurz vor dem Jahreswechsel wurde die lange angekündigte Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf den Weg gebracht, die zum 1. Januar 2021 in Kraft trat. Für das Geschäftsjahr 2020 waren somit für den ENTEGA-Konzern noch die Rahmenbedingungen des EEG 2017 relevant. Im Jahr 2020 betrug nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts die Brutto-Stromerzeugung 567,4 TWh, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 36,4 TWh entspricht.

Der vorläufige Brutto-Inlandsstromverbrauch ist mit 544 TWh (2019: 570 TWh) deutlich gesunken. Der Rückgang des Stromverbrauchs ist das Ergebnis der Einschränkungen infolge der Coronapandemie im wirtschaftlichen und öffentlichen Leben im Jahr 2020. Entsprechend wurde auch die Erzeugung für den Kraftwerkseigenverbrauch in konventionellen Anlagen um über 11 % reduziert.

Der Strompreis ist im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie erst gefallen und zum Jahresende wieder deutlich gestiegen. Am Spotmarkt lag der Durchschnittspreis bei 30,47 Euro/MWh. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des

Coronavirus und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen nahm die Nachfrage nach Energieprodukten stark ab und erholte sich erst durch die staatlichen Konjunkturhilfen und die Zulassungen verschiedener Impfstoffe. So fielen die Preise für alle Energieprodukte im Spot- und Terminmarkt mit dem Ausbruch der Krise und nahmen zum Jahresende hin deutlich zu. Der Markt für CO2-Emissionszertifikate trug zur innerjährlichen Volatilität deutlich bei, der Preis für das Referenzprodukt lag zu Beginn der Pandemie bei ca. 15 Euro/t und steigerte sich auf über 30 Euro/t zum Sommer hin. Am letzten Handelstag lag der Schlusskurs des Dec20 Produkt bei 30,81 Euro/t.

Die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise sind 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 31,37 ct/kWh leicht angestiegen.

Für das abgelaufene Jahr wird der Erdgasverbrauch in Deutschland auf etwa 956 TWh geschätzt, was gegenüber 2019 einem pandemiebedingten Rückgang um 3,4 % entspricht.

Über die letzten Jahre hinweg sanken die monatsdurchschnittlichen Erdgaspreise für Haushaltskunden (Einfamilienhaus) in Deutschland von 6,77 ct/kWh im Jahr 2012 auf 5,81 ct/kWh im Jahr 2018. Dieser Trend hat sich im Jahr 2019 mit einem Preisanstieg auf 6,17 ct/kWh gedreht. Im Jahr 2020 fiel der Preis wieder um 0,17 ct/kWh auf 6 ct/kWh.

Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2020 wurde stark durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen geprägt. Daneben war die weiterhin dynamische Entwicklung der Rahmenbedingungen in der Versorgungswirtschaft spürbar.

Entsprechend wurde auch der ENTEGA-Konzern im Jahr 2020 durch die Auswirkungen der Pandemie mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Durch den Lockdown fielen die Energieverbräuche vieler Unternehmen zum Teil deutlich geringer aus als erwartet, sodass beschaffte Mengen nicht mehr benötigt und am Großhandelsmarkt wieder abverkauft werden mussten. Zum Schutz der Beschäftigten vor dem Coronavirus mussten adäquate Hygienemaßnahmen unter der Prämisse erarbeitet und umgesetzt werden, dass der laufende Geschäftsbetrieb reibungslos fortgeführt werden kann. Zusätzlich wurde die Möglichkeit geschaffen, dass ein Großteil der Beschäftigten seiner Tätigkeit im Homeoffice nachgehen konnte.

Diesen Herausforderungen stellte sich der ENTEGA-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr erfolgreich, was sich insbesondere in der Entwicklung der zentralen finanziellen Leistungsindikatoren zeigt. Hierbei handelt es sich um die finanziellen Kennzahlen EBIT (Jahresüberschuss vor Steuern sowie Zinserträgen und -aufwendungen) und Jahresüberschuss.

Gemäß der fortgeschriebenen Konzernstrategie des regionalen und nationalen Ausbaus der regenerativen Erzeugung wurden auch im Berichtsjahr vor allem neue Wind-onshore- und PV-Projekte angestoßen, die in den Folgejahren in die Realisierungsphase übergehen. Nachdem der Bau des im nordhessischen Kaufunger Wald geplanten Windparks Hausfirste II in der zweiten Jahreshälfte 2019 begonnen wurde, werden Anfang 2021 erste Anlagen in Betrieb gehen. Die vollständige Inbetriebnahme aller Anlagen ist bis Sommer 2021 geplant. Darüber hinaus wurde die Erweiterung des Windparks in Haiger um zunächst eine Anlage geplant und beim zuständigen Regierungspräsidium zur Erteilung der Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) eingereicht.

Das dezentrale Erzeugungs- und Wärmegeschäft ist wie geplant gewachsen. So wurden neue Contractinganlagen in Betrieb genommen sowie zahlreiche weitere Maßnahmen in Darmstadt und Umgebung vorangetrieben.

Auch im Geschäftsfeld Vertrieb war das Geschäftsjahr 2020, wie auch bei allen weiteren Akteuren in der Energiebranche, geprägt durch die Coronapandemie. Durch den Lockdown sind die Energieverbräuche vieler Unternehmen zum Teil deutlich geringer als bei Vertragsabschluss angenommen. In der Folge des Lockdowns in Deutschland wurden beschaffte Mengen nicht mehr benötigt und mussten am Großhandelsmarkt wieder abverkauft werden. Die Reduzierung von Beschaffungsrisiken durch entsprechende Beschaffungsstrategien war im Geschäftsjahr eine große Herausforderung.

Eine positive Kundenentwicklung konnte im Jahr 2020 in den Sparten Erdgas und Telekommunikation erzielt werden. Der Kundenbestand bei den Privat- und Gewerbekunden in der Sparte Ökostrom ist leicht gesunken, in der Sparte Ökogas konnte der Kundenbestand gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert werden.

Zu Beginn und auch im weiteren Verlauf der Coronapandemie konnte das Telekommunikationsgeschäft ausgebaut werden. Zum einen haben viele Kunden, zum Teil sehr kurzfristig, ihre Bandbreiten erhöhen müssen. Zum anderen wurde durch die Pandemie die Wichtigkeit und Bedeutung von stabilen und leistungsfähigen Internetanbindungen aufgezeigt.

Im Energiehandel wurde im Jahr 2020 intensiv daran gearbeitet, die interne Systemlandschaft und die darauf aufbauenden Prozesse weiterzuentwickeln, sodass Dienstleistungskunden neben einem automatisierten Marktzugang zu Auktionen am Spotmarkt und einem standardmäßigen Zugang zum kontinuierlichen Intraday-Spotmarkt auch zukünftig ein Handelsmarktzugang zum kontinuierlichen Intraday-Spotmarkt angeboten werden kann, der differenzierte Handelsstrategien erlaubt.

Die Aufrechterhaltung eines möglichst regulären Geschäftsbetriebes und die Wahrung eines umfassenden Gesundheitsschutzes im Kundenkontakt und der Mitarbeiter standen im von der Coronapandemie geprägten Geschäftsjahr 2020 auch im Geschäftsfeld Netze im Vordergrund. Die Bau- und Betriebsabläufe wurden entsprechend angepasst. Dadurch konnten die wirtschaftlichen Ziele ohne die Inanspruchnahme staatlicher Unterstützungen erreicht werden. Anfänglich befürchtete Umsatzeinbußen bei den Netzentgelten im gewerblichen Bereich aufgrund des ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wirkten sich auf das Umsatzniveau weniger stark als angenommen aus, auch durch das vermehrte Arbeiten im Homeoffice und die dadurch bedingte Steigerung der Netznutzung durch Privathaushalte.

Unter regulatorischen Gesichtspunkten ist das Geschäftsjahr 2020 für die e-netz Südhessen AG ein sogenanntes Basisjahr in der Sparte Gas. Die Kosten des Basisjahres werden von der Bundesnetzagentur geprüft und bilden nach Durchführung eines Effizienzvergleichs mit anderen Gasnetzbetreibern die Ausgangsbasis für die Erlösobergrenze der 4. Regulierungsperiode. Im Berichtsjahr wurde im Rahmen des Programms „KommPakt“ die ENTEGA Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH gegründet, über die sich Kommunen ab 2021 mittelbar an der e-netz Südhessen AG als Netzeigentümer und -betreiber sowie als Infrastrukturdienstleister des ENTEGA-Konzerns beteiligen können, um den regionalen Einfluss auf die entscheidende Infrastruktur in der Region Südhessen zu sichern.

Analyse der Ertragslage des Konzerns

Der vertriebliche Erfolg des ENTEGA-Konzerns zeigt sich für das Geschäftsjahr 2020 in den abgesetzten Mengen, die ebenso wie die im Geschäftsfeld Netze durchgeleiteten Mengen aus Sicht des Konzerns maßgebliche nicht finanzielle Leistungsindikatoren darstellen. Beim Stromabsatz lag 2020 die an Endkunden gelieferte Menge trotz Coronapandemie mit einem Volumen von 6,2 Mrd. kWh um 0,5 % über dem Niveau des Vorjahres. Der Gasabsatz an Endkunden belief sich auf 5,7 Mrd. kWh und erreichte damit ein deutlich höheres Niveau als im Vorjahr (+15,8 %). Im Großhandelsbereich wurden im Vergleich zum Vorjahr geringere Strommengen gehandelt, hier ist ein Rückgang um 17,5 % auf 4,7 Mrd. kWh zu verzeichnen. Im Gashandel war die Menge mit 0,52 Mrd. kWh um 26,6 % gestiegen.

Das Stromaufkommen im Netzgebiet der e-netz Südhessen AG lag im Geschäftsjahr 2020 bei 3,4 Mrd. kWh. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 3,2 %. Die Gaseinspeisung inklusive Vorwärmung lag im Geschäftsjahr 2020 bei 6,9 Mrd. kWh. Damit sank die Durchleitungsmenge im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 %.

Der ENTEGA-Konzern generierte im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen) von 1.849,8 Mio. Euro (-1,9 %). Die Umsatzerlöse nahmen im Vorjahresvergleich um 14,9 Mio. Euro bzw. 0,8 % ab. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen das Ergebnis der Absatzentwicklung in den Geschäftsfeldern Vertrieb und Handel. Mit einem Plus von 36,1 Mio. Euro (+3,1 %) wurde im Geschäftsfeld Vertrieb ein Umsatzanstieg erzielt, während die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Handel um 69,1 Mio. Euro bzw. 26,1 % sanken. Das Geschäftsfeld Erzeugung hatte einen Rückgang von 2,8 Mio. Euro bzw. 4,2 % zu verzeichnen, während das Geschäftsfeld Netze mit einem Plus von 15,4 Mio. Euro bzw. 6,9 % die Umsatzentwicklung stabilisierte.

Im Materialaufwand wird 2020 erstmalig der Aufwand aus Konzessionsabgaben (2019: 25,2 Mio. Euro) ausgewiesen, der bislang in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten war. Berücksichtigt man diese Ausweisänderung, so sank der Materialaufwand annähernd proportional zur Gesamtleistung um 33,1 Mio. Euro bzw. 2,2 % auf 1.479,3 Mio. Euro. Der Rohertrag ging im Jahresvergleich entsprechend um 27,6 Mio. Euro auf 370,6 Mio. Euro zurück. Trotz der Herausforderungen bei der Planung der Beschaffungsmengen vor dem Hintergrund der Coronapandemie konnte der Rohertrag somit annähernd stabil gehalten werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 16,3 Mio. Euro (Vorjahr 44,4 Mio. Euro) waren im Jahr 2019 stark von Erträgen aus Rückstellungauflösungen geprägt. Diese fielen im Geschäftsjahr 2020 mit 10,2 Mio. Euro deutlich geringer aus als im Vorjahr mit 38,4 Mio. Euro. Alle weiteren Positionen der sonstigen betrieblichen Erträge liegen annähernd auf Vorjahresniveau.

Im ENTEGA-Konzern belaufen sich die Personalaufwendungen des Geschäftsjahres 2020 auf insgesamt 189,0 Mio. Euro, was einen Anstieg zum Vorjahr von 9,0 Mio. Euro bzw. 5,0 % darstellt. Während sich die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl inklusive Auszubildender von 2.030 auf 2.074 erhöhte, ist diese Zunahme auch das Ergebnis der Tarifentwicklung sowie von Einmalzahlungen, die auch vor dem Hintergrund der Coronapandemie gezahlt wurden.

Die Abschreibungen beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen auf Erzeugungsanlagen in Höhe von 4,2 Mio. Euro, was im Wesentlichen den Anstieg im Jahresvergleich von 48,4 Mio. Euro auf 54,4 Mio. Euro erklärt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 2020 mit 82,8 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (-21,8 %), was in erster Linie an dem veränderten Ausweis der Konzessionsabgaben liegt. Bereinigt um diesen Effekt, ist sogar ein leichter Anstieg um 2,1 Mio. Euro zu verzeichnen. Der Rückgang der Reisekosten (-1,4 Mio. Euro) und der Werbekosten (-1,4 Mio. Euro), der ebenfalls auf Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronapandemie zurückzuführen ist, wurde durch eine gestiegene Risikovorsorge und Aufwendungen für Homeoffice mehr als kompensiert.

Das Beteiligungsergebnis als Summe der Erträge aus Beteiligungen und Ausleihungen sowie der Aufwendungen aus der Abwertung derselben ist mit einem Saldo von 20,2 Mio. Euro deutlich gestiegen im Vergleich zum Vorjahreswert von -27,2 Mio. Euro. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen, dass im Vorjahr eine außerplanmäßige Abwertung auf die Beteiligung an der Global Tech I Offshore Wind GmbH vorgenommen wurde.

In einer zusammenfassenden Betrachtung des EBIT werden im Vergleich zum Vorjahr die geringeren Abschreibungen auf Finanzanlagen durch den Wegfall der Sondereffekte in den sonstigen betrieblichen Erträgen und gestiegene Personalaufwendungen sowie Abschreibungen ausgeglichen. Der ENTEGA-Konzern schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einem EBIT von 80,8 Mio. Euro (Vorjahr: 81,1 Mio. Euro) ab.

Der Konzernjahresüberschuss liegt mit 28,3 Mio. Euro um 0,3 Mio. Euro bzw. 1,2 % nur geringfügig unter dem Vorjahreswert. Damit konnte trotz der negativen Einflüsse der Coronapandemie auf das wirtschaftliche Umfeld die Ertragslage des Konzerns stabil gehalten werden.

Ausblick

Die Bundesregierung erwartet für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 ein Wachstum mit einer Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 3,0 %. Durch Impfung großer Bevölkerungsgruppen und Rückgang der pandemiebedingten Einschränkungen wird von einem konjunkturellen Aufschwung ausgegangen mit einem deutlichen Zuwachs der Exporttätigkeiten, die auch zu verstärktem Investitionsverhalten der Unternehmen führen sollen.

Auch wenn es in der öffentlichen Debatte aufgrund der andauernden Coronapandemie in den Hintergrund getreten ist, werden die 2020er-Jahre für den Klimaschutz maßgebend sein. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch soll bis 2030 von aktuell 46,3 % auf 65 % steigen. Erneuerbare Energien werden zukünftig stärker benötigt, um den steigenden Bedarf im Wärmemarkt, für die Elektromobilität und die Industrie zu decken. Das erfordert den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Der ENTEGA-Konzern sieht sich vor dem Hintergrund der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch in den kommenden Geschäftsjahren weiterhin vor großen strategischen Herausforderungen und Aufgaben, deren Bewältigung bzw. konsequente Umsetzung zu einer Steigerung der Ertragskraft des Konzerns führen werden. Hierzu wird auch das Wachstumsprojekt TOP FIT 2023 maßgeblich beitragen.

Im Geschäftsfeld Erzeugung wird im Jahr 2021 der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die dezentrale Energieerzeugung insbesondere über die Kopplung des Strom- und Wärmesektors weiter vorangebracht. Das regenerative Geschäft soll weiter durch die Entwicklung vielversprechender Wind-onshore- und Photovoltaik-Standorte erweitert werden. Hierfür wird die Sicherung weiterer regionaler und nationaler Standorte zu Planung, Bau und Betrieb von Windparks, auch in Zusammenarbeit mit strategischen überregionalen Partnerschaften, weiterverfolgt. Der zukünftige Windpark Hausfirste II kann bei einer Gesamtleistung von bis zu 21 MW Strom für rechnerisch rund 19.000 Haushalte produzieren und wird im Jahr 2021 vollständig in Betrieb gehen. Die Betriebsführung wird zudem von der ENTEGA durchgeführt.

Im Geschäftsfeld Vertrieb soll mithilfe diverser Maßnahmen im Bereich des Endkundenvertriebs bis zum Jahr 2025 ein signifikanter Umsatz- und Ergebnissprung realisiert werden.

Begleitet wird das Wachstumsprogramm durch Optimierungsmaßnahmen der Digitalisierung. Als Prämisse innerhalb des ENTEGA-Konzerns gilt, dass durch die Digitalisierung kein Mitarbeiterabbau erfolgen soll. Vielmehr gilt als These, dass Wachstum neue Arbeitsplätze schafft und für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter qualifiziert werden können.

Um das Wachstum im Bereich Lösungen weiter voranzutreiben, wurden im Januar 2021 Verträge zum Erwerb zweier Gesellschaften der Viessmann Gruppe, die Energy Market Solutions GmbH und die Energy Project Solutions GmbH, durch die ENTEGA AG geschlossen. Damit werden die stromgeführten Lösungen im Portfolio weiter ausgebaut. Im Laufe des Jahres 2021 erfolgt die Verzahnung mit den Lösungsangeboten der ENTEGA Plus GmbH und die Entwicklung ergänzender Synergiepotenziale.

Im Bereich Telekommunikation wird im Geschäft mit Carrier-Kunden die Digitalisierung der Wirtschaft auch weiterhin für steigende Bandbreitenbedarfe sorgen. Um für diese Herausforderung gerüstet zu sein, investiert der ENTEGA-Konzern auch im Geschäftsjahr 2021 in die Kapazitätserweiterung des Backbone- und Backhaul-Netzes. Zudem wird der flächendeckende Ausbau von Gewerbegebieten fortgesetzt; und nachdem 2020 für den Landkreis Darmstadt-Dieburg die entsprechende Ausschreibung gewonnen wurde, werden zahlreiche Gebiete in diesem Landkreis mit Glasfaser erschlossen.

Im Geschäftsfeld Netze sollen die weitere digitale Ausrichtung sowie die Ausweitung des Portfolios im Rahmen der Baulanderschließung und der netznahen Dienstleistungen in den kommenden Jahren Potenziale erschließen.

Die Konzernplanung geht für das Geschäftsjahr 2021 von Investitionen in Höhe von 137,6 Mio. Euro aus, wobei hierin auch Zuwächse des Anlagevermögens enthalten sind, die nicht zahlungswirksam sind. Verglichen mit den Investitionen des Jahres 2020, bedeutet dies eine Zunahme um 22,1 %. Die Schwerpunkte der Investitionen werden unverändert die Investitionen in die Versorgungsnetze für Strom, Gas, Wasser, Wärme und Telekommunikation sein. Zudem ist hier die Installation intelligenter Messsysteme enthalten. Die Konzernumsatzerlöse werden sich im Geschäftsjahr 2021 voraussichtlich auf 1,9 Mrd. Euro belaufen. Unter dieser Prämisse wird das EBIT im Jahr 2021 mit 73,9 Mio. Euro um 8,5 % niedriger ausfallen als im Jahr 2020. Der Jahresüberschuss sinkt annahmegemäß auf 20,9 Mio. Euro.