„Deshalb verfolgen wir
seit jeher einen ambitionierten
Entwicklungspfad – und investieren
gezielt in Innovation.
Bei den Produkten ebenso wie
bei neuen Arbeitsmethoden.“

Albrecht Förster

„Wer hoch hinaus will,
sollte nicht einseitig auf hohe
Wachstumsraten setzen.
Wichtig ist, dass auch die Investitionsraten
stimmen.“

Dr. Gertrud R. Traud

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ALBRECHT FÖRSTER
und
DR. GERTRUD R. TRAUD


RUNDUM FIT

Wenn die Chefvolkswirtin der Helaba und
der Finanzvorstand der ENTEGA sich in der Bankenmetropole
Frankfurt treffen, geht es nicht nur
um Zahlen. Ein Gespräch über Gewichte und Muskelkraft,
Fitness und Ausdauer – in der Weltwirtschaft
und im Unternehmen.

Beste Aussichten?

Weltwirtschaft und ENTEGA im Fitness-Check

Frau Dr. Traud, wer fit ist, bleibt gesünder und leistungsfähiger und kann Herausforderungen besser bewältigen. Haben Sie die Weltwirtschaft bei ihren volkswirtschaftlichen Analysen deshalb in diesem Jahr sinnbildlich ins Fitnessstudio geschickt?

G. T. Ganz genau. Wir haben uns gefragt: Wie fit ist die Weltwirtschaft? Und wie bringen sich die einzelnen Länder in Form? Bleiben sie am Ball – oder verhalten sie sich so, wie viele von uns auch, die sich im Januar im Fitnessstudio anmelden und wenige Wochen später nicht mehr zu sehen sind?

Um die Fitness zu bestimmen, haben Sie verschiedene Kriterien definiert. So, wie das tatsächlich auch in einem Fitnessstudio der Fall sein sollte ...

G. T. Ja, ein Fitnessstudio ist längst nicht mehr nur eine Muckibude. Heute machen die Leute da auch Rückenkurse, trainieren ihre Ausdauer oder mit Pilates und Yoga die Beweglichkeit. Ich habe daher fünf Kriterien identifiziert, die für die Fitness eine zentrale Rolle spielen: Beweglichkeit, Kraft bzw. Stärke, Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer. Das sind fünf Aspekte, von denen fast jeder sagen könnte: Stimmt, an denen muss ich arbeiten, wenn ich rundum fit sein will. Und diese fünf Fitnessfaktoren habe ich auf die Weltwirtschaft übertragen.

Wer also zum Beispiel eher unbeweglich ist, kommt nicht recht voran.

G. T. Richtig, das ist das erste Kriterium, die Beweglichkeit, die Flexibilität. Das ist im Grunde der Handlungsspielraum – und diesen mache ich für eine Volkswirtschaft am Schuldenstand fest. Die Verschuldungsquote ist so etwas wie der Body Mass Index (BMI) eines Landes. So wie bei einem Individuum ist eine absolute Grenze aber schwer abzuleiten. So haben z. B. Leistungssportler oft einen relativ hohen BMI, gerade bei Kraftsportarten. Das hohe Gewicht ist dann auf die Muskelmasse und weniger auf Fett zurückzuführen. Übertragen auf eine Volkswirtschaft, stellt sich die Frage, ob mit der höheren Verschuldung Investitionen oder Konsum finanziert werden. Investitionen sind gleichzusetzen mit Muskeln. In diesem Fall wäre eine höhere Verschuldung zu rechtfertigen.

„Wir haben das Unternehmen Zug um Zug optimiert – und so unsere Fitness bereits deutlich verbessert.“

Albrecht Förster

Herr Förster, wenn Sie das hören, wie fit ist ENTEGA? Wie viel Gewicht hält ENTEGA aus?

A. F. Es gab eine Zeit, da hatten wir uns sicher zu viele Gewichte aufgeschultert. Ich denke da zum Beispiel an die Finanzverbindlichkeiten, nachdem wir investiert hatten. Diese Gewichte waren deutlich zu schwer zu stemmen. Inzwischen sind wir aber viel fitter. Und da spielt auch die Ausdauer eine große Rolle. Wir wussten, dass wir nicht den einen großen Sprung machen können. Sondern wir haben das Unternehmen Zug um Zug in kleinen Schritten optimiert. Da sind wir in den letzten vier Jahren einen sehr guten Weg gegangen, was die Fitness angeht.

Frau Dr. Traud, gerade ist bereits das Stichwort Ausdauer gefallen. Sie haben ja noch andere Kriterien bestimmt?

G. T. Ausdauer ist sehr wichtig, liegt aber bei vielen Ländern nicht so hoch im Kurs. Viele Nationen konzentrieren ihr Training auf kurzfristige Erfolge. Schnelligkeit, also hohe Wachstumsraten, sind dort das Maß aller Dinge. Expansive Fiskalpolitik erhöht dabei das Wachstumstempo. Dafür wird eine steigende Verschuldung in Kauf genommen, was die Beweglichkeit einschränkt. Dies scheint bislang auch das Trainingskonzept von Donald Trump zu sein. Gerade im letzten Jahr hat er eine extrem expansive Fiskalpolitik verfolgt, mit Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen und entsprechendem Schuldenanstieg. Aber klar ist eben auch: Ein solches Trainingskonzept ist sehr einseitig. Die expansive Fiskalpolitik wirkt wie Doping. Kurzfristige Erfolge auf Kosten der Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Darüber hinaus macht es auch noch süchtig. Der andauernde Blick auf hohe Wachstumsraten ist ein gefährliches Spiel, wenn dabei nur der Konsum und nicht die Investitionen im Mittelpunkt stehen.

Wirtschaftspolitik sollte also eher langfristig angelegt sein?

G. T. Absolut. Und damit komme ich zu den beiden Kriterien, die diesbezüglich eine wesentliche Rolle spielen: die Koordination und die Ausdauer. Die Kunst der ersten Kategorie besteht darin, die einzelnen wirtschaftspolitischen Maßnahmen auszutarieren und die Interessen der unterschiedlichen Wirtschaftsgruppen miteinander in Einklang zu bringen – z. B. zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen Jung und Alt oder Stadt und Land. Noch schwieriger ist die Ausdauer, also eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik zu betreiben. Dabei gibt es bedauerlicherweise keine kurzfristigen Erfolge. Vielmehr werden diese häufig erst offensichtlich, wenn längst eine andere Regierung das Sagen hat. Hier geht es um Investitionen in die Infrastruktur, um Bildung und darum, dass die Renten auch in 20 Jahren noch gezahlt werden können. Um im Fitnessbild zu bleiben: Es reicht nicht, wenn man ein Mal trainiert – man muss ständig dran bleiben. Der schnelle Griff zu konsumtiven Staatsausgaben sollte zugunsten von Investitionen zurückgefahren werden. Dem Fitnessfaktor Ausdauer kommt in einer alternden Gesellschaft eine besondere Rolle zu. Dies gilt nicht nur für die Industrieländer mit ihren in die Jahre gekommenen Babyboomern, sondern auch China und Russland müssen sich diesem Thema stellen.

DR. GERTRUD R. TRAUD
Sie wollte eigentlich Lehrerin werden, studierte zwei Semester Biologie und Chemie – und entdeckte dann ihre Leidenschaft für die Volkswirtschaftslehre. Nach dem Studium in Mainz und Michigan, nach ihrer Promotion und beruflichen Stationen bei Julius Bär und der Bankgesellschaft Berlin wechselte sie 2005 zur Helaba, der Landesbank Hessen-Thüringen in Frankfurt am Main. Als Chefvolkswirtin und Bereichsleiterin Research hat sie dort seither die Märkte und die Weltkonjunktur ganz genau im Blick – und aus ihrem Büro im 44. Stock des Main-Towers die Stadt Frankfurt und den wunderschönen Taunus.

Schwer verzichtbar:

Ohne Wachstum drohen in der Gesellschaft Verteilungsprobleme.
Wie viel Wachstum aber notwendig ist, variiert je nach Ausgangslage.

Herr Förster, Sie machen ja selbst Ausdauersport. Schärft ein solcher Sport das Bewusstsein für Langfristigkeit?

A. F. Ich drehe ganz gerne mal mit meinen Laufschuhen eine Runde im Wald oder bin im Schwimmbad zu finden, das stimmt. Und klar, da merkt man schon, dass man immer dranbleiben muss. Ein halbes Jahr auszusetzen mit der Anstrengung und dem Training – das wirft einen dann sehr zurück. Mir hilft der Sport aber auch beim Abschalten und Nachdenken. Und auch das gehört zur Langfristigkeit, Dinge vernünftig und ruhig zu durchdenken. Auch bei ENTEGA ist das ein Teil unseres Erfolgs: Wir analysieren die Sachlage. Wir versuchen anhand von Fakten einen Weg zu bestimmen, neue Trends zu erkennen. Und dann handeln wir – entschlossen und konsequent.

Frau Dr. Traud, Sie haben eben bereits den Fokus auf die kurzfristigen Erfolge angesprochen, den Fokus auf das Wachstum. Wo liegt überhaupt das richtige Maß für Wachstum? Muss es immer mehr sein? Oder kann es nicht auch weniger sein?

G. T. Diese Frage bewegt die Gemüter schon lange. Für uns Volkswirte ist die Antwort ganz einfach: Wenn die Bevölkerung wächst, dann braucht es auch Wachstum. Denn wenn die Bevölkerung wächst und die Volkswirtschaft nicht, dann bleibt pro Kopf für jeden weniger übrig. Das führt automatisch zu Verteilungsproblemen. Daneben erfordert aber auch der Produktivitätsfortschritt Wachstum, weil sonst die Arbeitslosigkeit steigt …

… und das ist ebenfalls mit höheren Kosten für die Gesellschaft verbunden.

G. T. Genau, auch daraus ergeben sich dann schnell wieder Verteilungsprobleme. Wichtig ist aber noch ein anderer Aspekt – das Niveau, auf dem sich eine Volkswirtschaft befindet. Denn je niedriger das Niveau ist, desto höher ist tendenziell die Wachstumsrate. In China zum Beispiel liegt das Wachstum in diesem Jahr vermutlich bei rund sechs Prozent – und wir diskutieren darüber, ob das nicht zu wenig ist. In Deutschland aber würde niemand über sechs Prozent diskutieren. Es ist also immer eine Frage, wie weit eine Volkswirtschaft schon entwickelt ist.

Herr Förster, kann man diese Überlegungen auf ein Unternehmen wie ENTEGA übertragen, gerade mit Blick auf die starke ökologische Ausrichtung des Unternehmens? Sagen Sie, wir brauchen für ENTEGA dieses oder jenes hohe Wachstum – oder ein bestimmtes Niveau reicht uns aus?

A. F. Der angestammte Markt, in dem wir uns bewegen, also die Belieferung mit Ökostrom und klimaneutralem Gas, ist nicht beliebig erweiterbar. Daher ist es nicht einfach, überhaupt zu wachsen. Trotzdem haben wir uns planerisch einen ambitionierten Entwicklungspfad vorgegeben, den wir bislang immer erreicht haben. Obwohl immer wieder neue Wettbewerber auf den Markt drängen und obwohl es Vergleichsportale für Privatkunden gibt, in denen sich die Kunden den günstigsten Anbieter aussuchen können. Wichtig es daher zum Beispiel, durch guten Service zu überzeugen. Zudem brauchen wir eine größere Bandbreite an Angeboten als nur Strom und Gas. Da ist die ENTEGA traditionell schon gut aufgestellt, aber da gibt es regelmäßigen Optimierungsbedarf.

„Jemand, der fit ist, der kann auch mehr Gewichte stemmen. Das gilt auch für Volkswirtschaften.“

Dr. Gertrud R. Traud

Sie meinen neue Geschäftsfelder, Herr Förster? Neue Sportarten sozusagen, die man noch entdecken kann, zum Beispiel auch in der Zusammenarbeit mit Start-ups?

A. F. Die Zusammenarbeit mit Start-ups, genau. Aber das ist nur ein Bereich. Es geht um die ganze Erzeugung, auch um Speicherung von Strom im privaten Haushalt, um die Versorgung mit schnellem Internet. Wir bringen auch die Elektromobilität voran, etwa mit Ladesäulen in der Region, denken auch hier über Speicher nach. Das alles sind Chancen, sich im Wettbewerb zu differenzieren und mittelfristig neue Erlösquellen zu sichern. Unser Ziel ist es, dem Kunden das Leben so einfach und bequem wie möglich zu machen, quasi sein Lebensraummanager zu werden.

Da wären wir wieder bei der Koordination, Frau Dr. Traud.

G. T. Ja, das würde ich sagen. Dass ein Unternehmen nämlich unterschiedliche Bereiche im Fokus hat, die es dann auch stabiler und ausgeglichener machen. Damit ist es auch weniger anfällig für Krisen.

Herr Förster, langfristig zu denken, nach vorne zu schauen und sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, das ist enorm wichtig. Aber es braucht angesichts der Digitalisierung natürlich auch Schnelligkeit, mehr Agilität. Wie schafft man es, beides in Einklang zu bringen?

A. F. Ich glaube, dass die Agilität aus dem ganzen Unternehmen heraus kommen muss. Das ist nichts, was Führungskräfte verordnen können. Aber wir müssen den Rahmen vorgeben, die Leitplanken setzen. Wer zu starr ist in seinen Vorschriften, in seinem Regelwerk, der hat unter Umständen einen Nachteil. Wir ermutigen, auch einmal neue Wege zu gehen – und dann sehen wir, fruchtet diese oder jene Idee, haben wir Erfolg oder müssen wir gegensteuern? Wir haben eine langfristige Strategie – und wir haben die agilen Methoden, um schneller zu sein.

Frau Dr. Traud, das wird in einigen Ländern ähnlich sein. Staaten müssen sich ebenso klar werden, wie fit sie sind – und müssen dann die richtigen Maßnahmen ergreifen. Sie sagen, die Weltwirtschaft befindet sich 2019 im Fitnessstudio. Aber Sie haben noch zwei weitere Szenarien entwickelt?

G. T. Ja, unser Hauptszenario ist das Fitnessstudio. Einige Länder kommen in diesem Jahr ins Schwitzen, es ist anstrengend, aber es stellen sich auch erste Erfolge ein. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 70 Prozent. Daneben haben wir aber auch noch ein negatives Szenario entwickelt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit liegt mit 20 Prozent sehr viel geringer. Wir nennen das die Notaufnahme. Hier verweigern sich die Länder gänzlich, an ihrer Fitness zu arbeiten. Hohe Schuldenstände, die Vernachlässigung einer investiven und auf nachhaltiges Wachstum ausgelegten Fiskalpolitik sowie ein stark eingeschränktes geldpolitisches Medikamentensortiment führen zu einem Kollaps. Nicht zuletzt ist allerdings auch die Wellnessoase denkbar, unser positives Szenario mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent. Hier gleicht das wirtschaftliche Umfeld einem Aufenthalt im Spa. Die Stimmung steigt, alles fühlt sich entspannt an, Leichtigkeit macht sich breit, die Risikoprämien sinken. Da wir nie mit Sicherheit prognostizieren können, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt, arbeiten wir immer mit drei Szenarien. Diese durchzuspielen macht auch den Reiz unseres Jobs aus.

„Unser Ziel ist es, uns mit neuen Ideen und Angeboten vom Wettbewerb zu differenzieren.“

Albrecht Förster

Herr Förster, kommen solche Modelle und Szenarien eigentlich auch in der Unternehmensführung von ENTEGA zum Einsatz?

A. F. Tatsächlich haben wir jetzt erstmalig in der Unternehmensplanung zwei Szenarien entwickelt. Wir haben also letztes Jahr turnusmäßig eine Basisplanung erstellt. Dann haben wir da aber noch definierte Wachstumsmaßnahmen hinzugenommen, weil wir der Meinung sind: Das trauen wir uns jetzt zu. Für ein kommunal geprägtes Unternehmen ist das schon ein ungewöhnlicher Schritt.

Wie sind Sie dazu gekommen, diesen Schritt zu gehen? Und wieso haben Sie das vorher nicht auf diese Weise gemacht?

A. F. Wir hatten vorher eben nicht die Beweglichkeit und Flexibilität, große Wachstumsideen umzusetzen. Bisher ging es immer darum, vor allem den Kostenblock in den Griff zu bekommen. Das haben wir jetzt hinbekommen. Unsere Basis-Kondition, könnte man sagen, ist jetzt in Ordnung. Wir haben das Thema Refinanzierung 2018 weiter beharrlich und in mehreren Schritten gut abgearbeitet und ebenfalls unsere Kennzahlen verbessert. Das war eine harte Arbeit. Und dann waren wir in einer Position, in der wir gesagt haben: Jetzt können wir intensiver über das Thema Wachstum nachdenken.

Schwere Aufgaben:

Um sich für künftiges Wachstum in Form zu bringen, hat ENTEGA hart gearbeitet und 2018 insbesondere das Thema Refinanzierung gestemmt.

Es brechen also neue Zeiten an, Herr Förster? Das bedeutet viel Veränderung für ein Unternehmen. Und es bedeutet auch, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen und für die neuen Zeiten und Ideen zu begeistern?

A. F. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für uns enorm wichtig. Ich bin überzeugt: Wenn wir es schaffen, in ihnen ein Feuer der Begeisterung zu entzünden, sie weiterzubilden und mitzunehmen, dann bleiben wir auch als Unternehmen dynamisch und entwickeln uns weiter.

Würden Sie das aus der Sicht der Volkswirtschaftlerin bestätigen, Frau Dr. Traud?

G. T. Ja, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter für ein Unternehmen zum wichtigsten Gut werden – das ist eine Entwicklung, die ganz offensichtlich ist. Durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel kehren sich die Kräfteverhältnisse langsam um. Heute müssen sich die Arbeitgeber um die Arbeitnehmer noch sehr viel stärker als früher bemühen. Die guten Arbeitnehmer sagen: Ich suche mir mein Unternehmen aus. Das ist schon ein Wettbewerb, dem die Unternehmen jetzt noch mal stärker ausgeliefert sind – ich glaube, das ist aber noch nicht jedem so bewusst.

... ist das ENTEGA bewusst, Herr Förster?

A. F. Auf jeden Fall! Mein Kollege und Personalvorstand Andreas Niedermaier zum Beispiel bemüht sich sehr um die jungen, aber auch um die erfahreneren Kolleginnen und Kollegen. Und auch sonst merkt man das an vielen Dingen. Neulich zum Beispiel war ich bei unserer Nacht der Ausbildung. Ich habe mir angeschaut, was in unserer Ausbildungswerkstatt alles gemacht wird. Da kommen heute selbstverständlich auch neue, digitale Methoden zum Einsatz. Einen Motor können Sie heute zum Beispiel schon virtuell auseinandernehmen. Das hat mich absolut begeistert. Kurzum: Ich glaube, wir sind auch in diesem Bereich auf einem hervorragenden Weg – hin zu einer wirklich guten Fitness!

SINAH OSNER

Am Anfang ist es nur ein kleines Stück schwarzer Folie. Erst nach und nach kommt immer mehr davon zum Vorschein. Irgendetwas war einmal darin eingewickelt – eine Palette mit gestapelten Dosen vielleicht oder ein großes Möbelstück, das ummantelt transportiert werden musste. Die Folie hat keine bekannte Geschichte, ist anonymes Beiwerk; kein Zweck, nur ein Mittel. Dennoch erhält sie hier einen Sockel, wird zum Ausstellungsstück, zum prominenten Symbol. Plastikmüll – ein Nebenprodukt des Wachstums, das im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht. Alle schauen hin – und schauen gebannt zu, wie die Folie weiter wächst. Müsste man einschreiten? Wann und wie genau am besten? Oder soll man einfach warten – auf das Ende des Wachstums?